Solare UV-Strahlung ist von der IARC als Karzinogen der Gruppe 1 eingestuft – dieselbe Kategorie wie Asbest und Tabak. Die Einstufung sagt etwas über die Belegtheit der Krebsgefahr aus, nicht über deren Höhe. Daher sind die Unterweisung UV-Schutz der Beschäftigten und geeignete Schutzmaßnahmen wichtige Pflichten.

Warum ist die Unterweisung UV-Schutz notwendig?

Berufsgruppen, die viel im Freien arbeiten, sind besonders von UV-Strahlung durch Sonneneinstrahlung betroffen, da diese für lange Zeit intensiver Sonnenbelastung ausgesetzt sind. Je öfter und länger ein Mitarbeiter der UV-Strahlung ausgesetzt wird, desto mehr Gefahr besteht. Die Gefährdung betrifft insbesondere die Haut und die Augen, denn diese können kurz- und langfristig geschädigt werden.

Das Auge ist grundsätzlich gefährdeter als die Haut, da sein Aufbau die Durchlässigkeit von optischer Strahlung begünstigt. Sichtbares Licht und Infrarot-Strahlung können ungehindert bis auf die Netzhaut (Retina) durchdringen und diese schädigen. Andere Strahlung schafft es zwar nicht so weit, kann jedoch in Hornhaut, Linse oder Bindehaut zu Schädigungen führen. Die jeweiligen Strahlungen können zu schmerzhaften Entzündungen der Hornhaut (Fotokeratitis), fotochemischen Schädigungen der Retina (Fotoretinitis) Entzündung der Bindehaut (Fotokonjunktivitis) und einer Trübung der Augenlinse (grauer Star) führen.

Die Schädigungen an der Haut können zu schmerzhaften Rötungen der Haut (Sonnenbrand oder Erythem) und zu Veränderungen des Gewebes (Präkanzerosen) führen, die das Risiko für weißen Hautkrebs erhöhen.

Die Sonneneinstrahlung kann jedoch auch zu vorzeitiger Hautalterung und zu Herz-Kreislauf-Problemen führen. Auch auf Hitzeschäden wie Hitzschlag, Austrocknung und Sonnenstich muss bei der Unterweisung UV-Schutz hingewiesen werden.

Schutzmaßnahmen für UV-Belastung durch Sonnenstrahlung

Die Belastung der UV-Strahlung, die von der Sonne ausgeht, ist im typischen UV-Index abgebildet, der auch für die Zeit außerhalb der Arbeit als Richtwert gilt. Eine mittlere bis hohe Belastung ist dabei in der Regel Mitte März bis Mitte Oktober zu erwarten, wobei die Zeit von Mitte April bis Mitte September besonders hohe Gefährdung aufweist. Das bedeutet allerdings nicht, dass außerhalb dieser Zeiten nicht auch hohe UV-Indexe zu verzeichnen sind. Auch Schnee und Arbeiten auf Metallen können die UV-Gefährdung verstärken. Achten Sie daher auf den täglichen UV-Index und andere Gefährdungen und richten Sie sich daran. Denn auch im Winter kann ein UV-Index von 3 oder mehr auftreten. Und das ist der Zeitpunkt, ab dem die WHO Schutzmaßnahmen empfiehlt.

Technische Maßnahmen

  • Arbeitsbereiche mit ausreichend großen Überdachungen verwenden: Sonnenschirme, Sonnensegel oder weitere.
  • Unterstellmöglichkeiten innerhalb der Pausen anbieten.
  • Fahrzeuge und Baumaschinen mit Klimaanlagen ausstatten.
  • Gut belüftete Arbeitsbereiche zur Verfügung stellen.

Organisatorische UV-Schutz-Maßnahmen

  • Über die möglichen Gefahren durch die Sonneneinstrahlung und über Schutzmaßnahmen informieren und unterweisen.
  • Die Arbeit bei Möglichkeit in geschlossenen Räumen oder innerhalb des Schattens ausführen.
  • Expositionszeit begrenzen: Verlegung der Arbeit in andere Tageszeiten als der Mittagszeit oder Witterungsperioden.
  • Pausen an die Tageszeit anpassen.
  • Körperlich anstrengende Arbeiten möglichst früh morgens oder spät nachmittags ausführen lassen.
  • UV-Schutzmittel und Getränke zur Verfügung stellen

Personenbezogene UV-Schutz-Maßnahmen

  • Körperbedeckende Bekleidung (lange Hose, langärmeliges Hemd/Shirt) zum Beispiel aus Baumwollmaterialien tragen.
  • Geeignete Kopfbedeckung, wie etwa Hut oder Tücher, verwenden. Nacken- und Ohrenschutz dabei nicht vergessen.
  • Entsprechende Sonnenbrille tragen, die den Anforderungen der Arbeit entsprechend ist.
  • UV-Schutzmittel mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor für die von der Kleidung nicht bedeckten Körperteile benutzen. Je nach Arbeitsanforderung muss dieses schweißfest sein.

Je nach Tätigkeit können noch weitere Maßnahmen notwendig sein.

Fazit

Sobald der UV-Index steigt – in Deutschland regelmäßig von Frühjahr bis Herbst –, sind UV-Schutz-Unterweisung und geeignete Maßnahmen unverzichtbar. Nur so kann eine Gefährdung durch UV-Strahlung effektiv verringert werden.

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