Wie viele Arbeitsunfälle passieren pro Jahr in Deutschland? 2025 waren es 689.922 meldepflichtige Arbeitsunfälle, rund 1.900 am Tag und damit mehr als einer pro Minute. Die Zahl sinkt seit Jahren, 2025 um 3,1 Prozent. Diese Seite fasst die wichtigsten Zahlen der DGUV-Statistik zusammen: wie viele Unfälle es gibt, woran sie liegen, welche Branchen und Betriebsgrößen besonders betroffen sind und wie lange Beschäftigte danach ausfallen. Jede Zahl trägt Quelle und Jahr. Die Grafiken dürfen Sie mit Quellenangabe frei verwenden.

Arbeitsunfälle 2025 auf einen Blick

Kennzahl 2025 2024 Veränderung
Meldepflichtige Arbeitsunfälle 689.922 712.257 −3,1 %
Tödliche Arbeitsunfälle 299 307 −2,6 %
Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitäquivalente 19,9 20,6 −3,2 %
Meldepflichtige Wegeunfälle 170.306 168.648 +1,0 %
Tödliche Wegeunfälle 231 214 +7,9 %
Neue Unfallrenten (Arbeits- und Wegeunfälle) 12.645 12.821 −1,4 %

Quelle: DGUV, Pressemitteilungen vom 22. September 2026 (Zahlen 2025) und 7. August 2025 (Zahlen 2024). Die Veränderung der Todesfälle und Renten haben wir aus beiden Mitteilungen berechnet. Beim Unfallrisiko rechnet die DGUV mit den ungerundeten Werten 20,61 und 19,94.

Was „meldepflichtig“ bedeutet

Ein Arbeitsunfall ist meldepflichtig, wenn die verletzte Person dadurch länger als drei Tage arbeitsunfähig ist oder stirbt (§ 193 SGB VII). Der Betrieb meldet ihn seiner Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse. Leichtere Verletzungen tauchen in der Statistik nicht auf. Als tödlich zählt die DGUV einen Unfall, wenn die Person innerhalb von 30 Tagen daran stirbt.

Zwei Zählweisen der DGUV

Die DGUV veröffentlicht zwei Gesamtzahlen, und beide sind richtig:

  • 689.922 Arbeitsunfälle zählen nur abhängig Beschäftigte und Unternehmer. Diese Zahl steht in der Pressemitteilung und auf dieser Seite.
  • 730.573 Arbeitsunfälle zählen zusätzlich die weiteren Versichertengruppen, etwa ehrenamtlich Tätige, Feuerwehrleute, pflegende Angehörige und Teilnehmer an Reha-Maßnahmen. Sie steht in den Tabellen unter Zahlen und Fakten der DGUV.

Stoßen Sie in anderen Quellen auf abweichende Zahlen, liegt das fast immer an dieser Abgrenzung, oder an Wegeunfällen, die manche Quellen mitzählen.

Rund 15 Prozent weniger Unfälle seit 2016

Säulendiagramm der meldepflichtigen Arbeitsunfälle in Deutschland 2016 bis 2025, Rückgang von 812.152 auf 689.922

Bis 2019 lag die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle stabil über 810.000 im Jahr. 2020 brachte die Corona-Pandemie mit Kurzarbeit und Homeoffice einen Einbruch auf 715.103. Nach einem Anstieg 2021 geht es seither Jahr für Jahr abwärts, zuletzt auf 689.922 Unfälle. Das sind rund 15 Prozent weniger als 2019 und 19 Prozent weniger als 2005, als die DGUV noch 849.856 Unfälle zählte.

Aussagekräftiger als die absolute Zahl ist das Unfallrisiko je 1.000 Vollzeitäquivalente. Es rechnet heraus, wie viel gearbeitet wurde. 2005 lag es bei 27,3 Unfällen, 2024 bei 20,6 und 2025 bei 19,9. In der gleichen Arbeitszeit passieren heute also rund ein Viertel weniger Unfälle als vor 20 Jahren.

Quelle: DGUV, Broschüren „Arbeitsunfallgeschehen“ 2016 bis 2024 (Tabelle 6 „Unfallart“, Arbeits- und Dienstwegeunfälle von abhängig Beschäftigten und Unternehmern), Pressemitteilungen vom 7. August 2025 und 22. September 2026. Der Wert für 2024 aus der Broschüre (712.666) weicht leicht von der Pressemitteilung (712.257) ab, weil die Broschüre einen späteren Datenstand abbildet.

299 tödliche Arbeitsunfälle im Jahr 2025

Säulendiagramm der tödlichen Arbeitsunfälle in Deutschland 2016 bis 2025, Rückgang von 354 auf 299

Wie viele tödliche Arbeitsunfälle gibt es in Deutschland? 2025 starben 299 Menschen bei einem Arbeitsunfall, 2005 waren es noch 601. Die häufigste Ursache für einen tödlichen Arbeitsunfall war 2025 der Kontrollverlust über ein Transportmittel (101 Fälle), gefolgt von Abstürzen (53 Fälle). Dazu kommen 231 tödliche Wegeunfälle auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause.

Fast alle tödlich Verunglückten sind Männer: Bei den Arbeitsunfällen im Betrieb standen 2024 206 Todesfälle von Männern 12 Todesfällen von Frauen gegenüber. Ab dem 50. Lebensjahr steigt der Anteil der tödlichen Unfälle deutlich, am höchsten ist er bei den 55- bis 64-Jährigen.

Quelle: DGUV, Pressemitteilung vom 22. September 2026; Arbeitsunfallgeschehen 2024, Abschnitt „Tödliche Unfälle“.

Die häufigsten Arbeitsunfälle und ihre Ursachen

Die beiden häufigsten Ursachen für Arbeitsunfälle lagen 2025 fast gleichauf:

  1. Verlust der Kontrolle über ein Werkzeug oder einen Gegenstand: 171.638 Unfälle
  2. Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle: 163.430 Unfälle

Zusammen sind das knapp die Hälfte aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle. Die ausführliche Auswertung für 2024 zeigt, was die Beschäftigten im Moment des Unfalls gerade taten:

Tätigkeit unmittelbar vor dem Unfall Anteil 2024
In Bewegung (Gehen, Laufen, Treppensteigen) 31,3 %
Arbeit mit Handwerkzeugen 16,5 %
Manuelles Handhaben von Gegenständen (Greifen, Heben, Öffnen) 16,2 %
Transport von Hand 12,5 %
Bedienen einer Maschine 5,5 %
Sonstige Tätigkeiten 17,9 %

Fast jeder dritte Unfall passiert also nicht bei der eigentlichen Arbeit, sondern beim Gehen. Die beteiligten Gegenstände bestätigen das: Fußböden waren 2024 bei 14,6 Prozent aller Unfälle im Spiel, Treppen bei 6,7 Prozent und Leitern bei 2,9 Prozent. Das häufigste Werkzeug in der Unfallstatistik ist das Messer mit 5,0 Prozent. Verletzt wird am häufigsten die Hand (32,5 Prozent), gefolgt von Knöchel und Fuß (18,6 Prozent) sowie Knie und Unterschenkel (12,2 Prozent).

Mitarbeiter rutscht auf nassem Boden aus, Stolperstellen und rutschige Böden sind häufige Ursachen für Arbeitsunfälle

Stolperstellen, rutschige Böden und Dinge, die im Weg stehen: fast jeder dritte Arbeitsunfall passiert beim Gehen.

Quelle: DGUV, Pressemitteilung vom 22. September 2026 (Ursachen 2025); Arbeitsunfallgeschehen 2024, Tabellen 2, 3 und 29 (Unfälle von abhängig Beschäftigten und Unternehmern bei betrieblicher Tätigkeit).

Welche Branchen die meisten Arbeitsunfälle haben

Balkendiagramm der meldepflichtigen Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitäquivalente nach Berufsgenossenschaft 2025, Bauwirtschaft mit 43,0 an der Spitze

Auf der Baustelle ist das Unfallrisiko mehr als sechsmal so hoch wie in der öffentlichen Verwaltung. Die Branchenwerte zählen alle Versicherten, deshalb liegt der Durchschnitt hier bei 16,7 Unfällen je 1.000 Vollzeitäquivalente statt bei 19,9 wie in der Kennzahlentabelle oben. Die Bauwirtschaft meldete 2025 43,0 Unfälle je 1.000 Vollzeitäquivalente, Verkehr und Logistik 31,5, Holz und Metall 30,1. Am anderen Ende stehen Verwaltungen und Büros mit 10,4 und die öffentliche Hand mit 7,0. Die Zahl der Unfälle sank 2025 in fast allen Branchen, nur im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege stieg sie leicht um 0,8 Prozent.

In absoluten Zahlen liegt die Berufsgenossenschaft Holz und Metall mit 117.362 Unfällen vorn, vor der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (100.333), Handel und Warenlogistik (97.200) und der Bauwirtschaft (89.113).

Quelle: DGUV, Zahlen und Fakten, Meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitäquivalente und Meldepflichtige Arbeitsunfälle nach Berufsgenossenschaft, Stand 2025, Zählweise alle Versicherten (730.573 Unfälle).

Kleine und mittlere Betriebe haben das höchste Unfallrisiko

Balkendiagramm der meldepflichtigen Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitäquivalente nach Betriebsgröße 2024, Betriebe mit 10 bis 49 Vollzeitäquivalenten mit 25,5 an der Spitze

Betriebe mit 10 bis 49 Vollzeitäquivalenten verzeichnen mit 25,5 Unfällen je 1.000 Vollzeitäquivalente das höchste Risiko, Betriebe mit 500 und mehr das niedrigste (16,2). Je größer der Betrieb, desto eher gibt es feste Fachkräfte für Arbeitssicherheit, eingespielte Unterweisungen und Ressourcen für die Prävention.

Die kleinsten Betriebe bis neun Vollzeitäquivalente melden zwar vergleichsweise wenige Unfälle (18,7), haben aber die höchste Quote an neuen Unfallrenten, also an besonders schweren Unfällen. Die DGUV stellt diese Kombination fest, ohne sie zu erklären. Ein naheliegender Grund aus unserer Sicht: Leichtere Unfälle werden in Kleinstbetrieben seltener gemeldet, schwere lassen sich nicht übergehen.

Quelle: DGUV, Arbeitsunfallgeschehen 2024, Tabelle 10 (gewerbliche Berufsgenossenschaften, Unfälle bei betrieblicher Tätigkeit).

Montag und Vormittag sind die unfallreichsten Zeiten

Wochentag Anteil der Arbeitsunfälle 2024
Montag 20,7 %
Dienstag 19,6 %
Mittwoch 19,1 %
Donnerstag 17,4 %
Freitag 15,1 %
Samstag 5,4 %
Sonntag 2,8 %

Der Montag ist der unfallreichste Tag, danach sinkt die Zahl bis zum Wochenende. Über den Tag verteilen sich die Unfälle auf die Kernarbeitszeit von 8 bis 16 Uhr, mit einem deutlichen Schwerpunkt am Vormittag. Im Jahresverlauf stechen Januar und Juli mit je 9,3 Prozent der Unfälle hervor, der Dezember liegt mit 5,9 Prozent am niedrigsten, vermutlich wegen der Feiertage und Urlaubszeit.

Quelle: DGUV, Arbeitsunfallgeschehen 2024, Tabellen 25 und 27 sowie Abbildung 18.

Drei von vier Verunglückten sind Männer

Bei den Arbeitsunfällen im Betrieb entfielen 2024 72,7 Prozent auf Männer und 27,3 Prozent auf Frauen. Die DGUV erklärt den Unterschied unter anderem damit, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten und dadurch kürzer den Gefahren am Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Dazu kommt die Berufswahl: Bau, Metall und Logistik sind männlich geprägt. Nur bei Wegeunfällen ohne Straßenverkehr, etwa Stürzen auf dem Fußweg, kehrt sich das Verhältnis um.

Quelle: DGUV, Arbeitsunfallgeschehen 2024, Tabellen 19 bis 21.

Wie lange Beschäftigte nach einem Arbeitsunfall ausfallen

Dauer der Arbeitsunfähigkeit Anteil der meldepflichtigen Unfälle 2024
Genau vier Tage 13,6 %
Bis zu einer Woche (einschließlich der vier Tage) 38,3 %
Mehr als vier Wochen 20,1 %
Mehr als sechs Monate oder dauerhaft 2,1 %

Mehr als jeder dritte Verletzte ist nach spätestens einer Woche wieder im Betrieb. Jeder fünfte fällt dagegen länger als einen Monat aus. Was ein solcher Ausfall den Betrieb kostet, zeigt unser Artikel zu den Kosten eines Arbeitsunfalls.

Quelle: DGUV, Arbeitsunfallgeschehen 2024, Abschnitt „Dauer der Arbeitsunfähigkeit“. Bei 5,5 Prozent der Fälle ist die Dauer nicht bekannt.

Deutschland liegt im EU-Vergleich auf Platz 6

Eurostat zählt nicht-tödliche Arbeitsunfälle mit mehr als drei Tagen Ausfall je 100.000 Erwerbstätige. Deutschland lag 2024 mit 1.540 Unfällen über dem EU-Durchschnitt von 1.464 und auf Platz 6 der 27 EU-Länder.

Land Arbeitsunfälle je 100.000 Erwerbstätige (2024)
Portugal 2.958
Spanien 2.616
Frankreich 2.475
Dänemark 1.663
Slowenien 1.596
Deutschland 1.540
Belgien 1.530
EU-27 1.464
Österreich 1.418
Niederlande 1.093
Polen 472
Rumänien 69

Die sehr niedrigen Werte einiger Länder lassen sich kaum mit einem geringeren Risiko erklären, eher mit unterschiedlichen Melde- und Versicherungssystemen. Ein hoher Wert spricht daher auch für ein funktionierendes Meldesystem.

Quelle: Eurostat, Datensatz hsw_n2_01 (Non-fatal accidents at work by NACE Rev. 2 activity and sex, Wirtschaftsbereiche A, C bis N, Inzidenzrate), Datenstand 21. Oktober 2026, Abruf 28. Oktober 2026.

Was die Zahlen für Ihren Betrieb bedeuten

Drei Schritte senken das Unfallrisiko, und die Statistik zeigt, warum:

  1. Wege frei halten. Fast jeder dritte Unfall passiert beim Gehen. Stolperstellen, rutschige Böden und abgestellte Gegenstände sind die billigsten Gefahrenquellen, die Sie beseitigen können.
  2. Regelmäßig unterweisen. Wer den Kontrollverlust über Werkzeuge und Gegenstände vermeiden will, muss den sicheren Umgang damit vermitteln. Was dabei Pflicht ist, zeigt der Leitartikel zur Sicherheitsunterweisung.
  3. Dranbleiben. Das Risiko sinkt mit der Betriebsgröße, weil größere Betriebe Arbeitsschutz als Daueraufgabe organisieren. Kleine Betriebe holen das mit festen Terminen für Unterweisungen und Begehungen nach.

Kommt es doch zu einem Unfall, hilft ein klarer Ablauf. Was dann zu tun ist, von der Ersten Hilfe bis zur Unfallanzeige, beschreibt der Ratgeber Arbeitsunfall: Was passiert danach?. Online-Unterweisungen in Schulungstool erreichen auch Schichtarbeiter und Außendienst und dokumentieren jede Teilnahme automatisch.

Daten herunterladen

Die Zeitreihe der meldepflichtigen und tödlichen Arbeitsunfälle 2016 bis 2025 mit Quellenangabe je Jahr gibt es als CSV-Datei zum Herunterladen. Die Grafiken auf dieser Seite dürfen Sie mit der Quellenangabe „Daten: DGUV, Grafik: schulungstool.de“ frei verwenden.

Quellen und Stand

Stand: 28. Oktober 2026. Wir aktualisieren diese Seite jedes Jahr, sobald die DGUV die Zahlen des Vorjahres veröffentlicht, in der Regel im Spätsommer.