Unterweisungssoftware organisiert Pflichtunterweisungen digital: Die Software weist Kurse zu, erinnert an fällige Wiederholungen und dokumentiert jede Teilnahme. 2026 reicht der Markt vom cloudbasierten Spezialwerkzeug für Online-Unterweisungen über Arbeitsschutz-Komplettsysteme bis zum Windows-Programm für lokales Unterweisungsmanagement. Dieser Vergleich stellt acht ausgewählte Lösungen nebeneinander, mit Vergleichstabelle, einem Profil je Anbieter und den Kriterien, auf die es bei der Auswahl ankommt. Er stammt von Schulungstool, einem der acht Anbieter; nach welchen Regeln wir vergleichen, steht unter So haben wir verglichen.
Das Wichtigste in Kürze
- Verglichen werden acht ausgewählte Lösungen: Arbeitsschutzkurse.de, iSpring LMS, LENA, RISK-Project, Schulungstool, die TÜV Rheinland Unterweisungssoftware, der Unterweisungsmanager und WEKA EHS 360 plus.
- Welche Lösung passt, hängt vor allem davon ab, ob Sie fertige Kurse oder eigenes Material einsetzen und ob eine Cloud-Lösung infrage kommt. Den Wegweiser für alle acht Lösungen finden Sie am Ende des Artikels unter Welche der acht Lösungen ist die beste für Ihr Unternehmen?
- Die größten Unterschiede liegen bei fertigen Kursinhalten, dem Hochladen eigener Inhalte, dem Hosting und der Preistransparenz.
- Vier der acht Anbieter nennen Preise öffentlich: Schulungstool, die TÜV Rheinland Unterweisungssoftware, der Unterweisungsmanager und WEKA EHS 360 plus (im eigenen Web-Shop). Bei Arbeitsschutzkurse.de, iSpring LMS, LENA und RISK-Project stehen auf den ausgewerteten Seiten keine Beträge für das verglichene Produkt.
- Deutschland als Serverstandort nennen Arbeitsschutzkurse.de, Schulungstool, die TÜV Rheinland Unterweisungssoftware und WEKA EHS 360 plus; LENA nennt Österreich. iSpring LMS und RISK-Project nennen auf den ausgewerteten Seiten kein Land, der Unterweisungsmanager setzt auf lokale Installation.
- Digitale Unterweisungen sind zulässig, wenn die Anforderungen der DGUV Regel 100-001 (Ausgabe 2025) erfüllt sind: arbeitsplatzbezogene Inhalte, Rückfragen mit Gesprächsmöglichkeit, geprüftes Verständnis und kein reines Selbststudium. Für einzelne Themen, etwa Gefahrstoffe (§ 14 GefStoffV), bleibt eine mündliche Unterweisung Pflicht.
Acht Lösungen im Überblick
In der Tabelle stehen die acht Produkte in alphabetischer Reihenfolge; alle Angaben stammen von den öffentlichen Websites der Anbieter, abgerufen am 26. und 28. Oktober 2026 (Details unter So haben wir verglichen).
| Lösung | Typ | Eigene Inhalte | Fertige Inhalte | Hosting laut Anbieter | Preise öffentlich | Selbst testen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Arbeitsschutzkurse.de | Cloud | nur im Enterprise-Tarif | ja (DGUV-orientierte Bibliothek) | Deutschland | nein | nur Demo-Termin |
| iSpring LMS | Cloud-LMS, On-Premise möglich | ja (Autorentool, PowerPoint, PDF, Word) | ja (allgemeine Kursbibliothek auf Anfrage, u. a. Brandschutz und Erste Hilfe) | AWS und FirstColo, kein Land genannt | nein (Beträge nur für Autorenwerkzeuge) | ja |
| LENA | Cloud (Browser und App), On-Premise als Option | ja (Editor, PowerPoint, Word, PDF, KI-Import) | ja (Schulungsvorlagen) | Österreich (EU) | nein | ja |
| RISK-Project | Modul einer Arbeitsschutz-Software | ja (Zusatzmodul E-Learning) | ja (Zusatzmodul E-Learning) | keine Angabe | nein | auf Anfrage (30 Tage) |
| Schulungstool | Cloud | ja (PDF, Bilder, Video, SCORM) | nein (angekündigt, voraussichtlich ab Dezember 2026) | Deutschland | ja | ja |
| TÜV Rheinland Unterweisungssoftware | Cloud | ja (SCORM-Import im Professional-Tarif, Autorentool zubuchbar) | ja (TÜV-Kurskatalog) | Deutschland | ja | ja |
| Unterweisungsmanager | Windows-Programm (Download) | keine Angabe | Themenliste (über 500 Themen) | lokale Installation | ja | ja (Download, 3 Wochen) |
| WEKA EHS 360 plus | Arbeitsschutz-Software mit Unterweisungsmodul | ja (PowerPoint, Word, Video, Webseiten) | ja (Vorlagendatenbank) | Deutschland | ja (im WEKA-Shop) | auf Anfrage (Demo-Zugang) |
„Keine Angabe“ heißt: Die ausgewertete Produktseite nennt dazu nichts. Das bedeutet nicht, dass es die Funktion nicht gibt; fragen Sie im Zweifel beim Anbieter nach.
Unterweisungssoftware, LMS oder Excel?
Sollen reine Pflichtunterweisungen wie die jährliche Sicherheitsunterweisung online stattfinden, ist eine spezialisierte Unterweisungssoftware meist der kürzeste Weg, ein allgemeines Learning Management System die flexiblere Plattform und die Excel-Liste nur eine Übergangslösung. Dabei liegt der Unterschied weniger im Abspielen der Inhalte als in dem, was drumherum passiert: Zuweisung, Wiederholung und Nachweis.
| Kriterium | Unterweisungssoftware | Allgemeines LMS (z. B. Moodle) | Excel und Präsenz |
|---|---|---|---|
| Automatische Wiederholung und Erinnerung | Kernfunktion | je nach System einzurichten | manuell, fehleranfällig |
| Unterweisungsnachweise | entstehen automatisch | meist über Zusatzmodule oder Berichte | Papierlisten, selbst zu pflegen |
| Einführungsaufwand | gering, auf einen Zweck zugeschnitten | höher, Plattform will konfiguriert werden | keiner, dafür laufender Pflegeaufwand |
| Passt, wenn | Pflichtunterweisungen das Hauptthema sind | Sie ohnehin eine Lernplattform für viele Formate betreiben | nur wenige Beschäftigte und Themen zu verwalten sind |
Was ein LMS grundsätzlich leistet und wo die Abgrenzung verläuft, erklärt der Ratgeber Was ist ein LMS?
Worin unterscheiden sich die acht Lösungen?
Sechs Kriterien entscheiden den Vergleich von Unterweisungssoftware: Preistransparenz, Funktionsumfang je Tarif, Hosting und Datenschutz, Einführungsaufwand, Qualität der Nachweise und die Frage, ob Sie selbst testen können. Die Vergleichstabelle oben zeigt davon Preistransparenz, Hosting und Testmöglichkeit, außerdem fertige und eigene Inhalte je Anbieter. Funktionsumfang je Tarif, Einführungsaufwand und die Qualität der Nachweise klären Sie am besten auf den Tarifseiten, im Test oder direkt beim Anbieter.
Zwei dieser Kriterien sollten Sie besonders genau prüfen:
- Funktionsumfang je Tarif: Nicht jeder Anbieter bietet alle Funktionen in jedem Tarif an; bei Arbeitsschutzkurse.de etwa sind eigene Inhalte laut Website nur im Enterprise-Tarif enthalten. Klären Sie deshalb vorab, ob der angebotene Tarif alle Funktionen umfasst, die Sie brauchen.
- Weg zum Test: Ob Sie die Software selbst ausprobieren können oder zuerst einen Demo-Termin vereinbaren müssen, beeinflusst, wie schnell Sie mehrere Anbieter vergleichen können.
Die ausführliche Checkliste mit allen Fragen, die Sie jedem Anbieter stellen sollten, finden Sie im Ratgeber Unterweisungssoftware auswählen: Worauf kommt es an?
So haben wir verglichen
Dieser Vergleich erscheint im Blog von Schulungstool, einem der acht verglichenen Anbieter. Damit Sie die Angaben trotzdem einordnen und nachprüfen können, gelten feste Regeln:
- Die acht Lösungen sind eine Auswahl, kein vollständiger Marktüberblick. Es gibt weitere Anbieter von Unterweisungssoftware, die hier nicht beschrieben sind.
- Alle Anbieterangaben stammen von den öffentlichen Websites der Anbieter (Produkt-, Funktions-, Preis- und Shopseiten) und wurden am 26. und 28. Oktober 2026 abgerufen. Die Quellen stehen bei jedem Profil.
- Wir übernehmen nur, was ein Anbieter selbst öffentlich angibt. Fehlt eine Information auf der ausgewerteten Seite, steht in der Tabelle „keine Angabe“. Das ist keine Wertung: Erwähnt ein Profil eine solche Lücke, heißt das nur, dass Sie den Punkt nicht vorab auf der Website prüfen können, sondern beim Anbieter erfragen müssen.
- Es gibt keine Noten und keinen Testsieger. Die Reihenfolge ist alphabetisch, Schulungstool wird im selben Raster beschrieben wie alle anderen.
- Preisbeträge nennen wir nicht, nur ob Preise öffentlich einsehbar sind, denn Beträge ändern sich schnell.
- Auch Funktionen ändern sich. Prüfen Sie vor einer Entscheidung immer die aktuelle Anbieterseite.
Die acht Anbieter im Detail
Arbeitsschutzkurse.de
Arbeitsschutzkurse.de, ein Produkt der Prüfon UG (haftungsbeschränkt), ist eine Cloud-Lösung mit fertiger Kursbibliothek: DGUV-orientierte Online-Kurse von der allgemeinen Unterweisung bis zu Gefahrstoffen, dazu Erinnerungen vor Ablauf der Gültigkeit (laut Preisseite ab dem Professional-Tarif) und ein zentraler, exportierbarer Nachweis pro Person. Der Anbieter nennt ein DSGVO-konformes Hosting in Deutschland.
- Stärken: fertige, an ArbSchG und DGUV Vorschrift 1 orientierte Kurse; Hosting-Angabe Deutschland; Erinnerungen mit Eskalation (ab dem Professional-Tarif).
- Weniger geeignet, wenn Sie überwiegend eigene Inhalte einsetzen wollen (laut Website nur im Enterprise-Tarif) oder vor dem Kauf selbst testen möchten. Statt eines Selbsttests bietet die Website einen Demo-Termin an, und konkrete Preise nennt sie nicht (Angebot auf Anfrage).
- Geeignet für: Betriebe, die Standardunterweisungen ohne eigene Kursproduktion abdecken wollen.
Quelle: arbeitsschutzkurse.de/unterweisungssoftware und arbeitsschutzkurse.de/preise, Stand 26. Oktober 2026.
iSpring LMS
iSpring LMS ist das Cloud-LMS des internationalen Anbieters iSpring, auf Wunsch auch als On-Premise-Lösung. Mit dem Autorentool iSpring Suite entstehen Kurse direkt aus PowerPoint; auch PDF- und Word-Dateien lassen sich konvertieren. Die Inhaltsbibliothek liefert Vorlagen, Darsteller und Bilder für die eigene Kursproduktion; fertige Kurse, darunter zu Brandschutz und Erster Hilfe, bietet iSpring über eine allgemeine Kursbibliothek auf Anfrage an. Kurszuweisungen laufen automatisch, und ein kostenloser Test ist öffentlich zugänglich; die Preisseite nennt Beträge nur für die Autorenwerkzeuge, nicht für das LMS.
- Stärken: Autorentool iSpring Suite für Kurse aus PowerPoint; automatische Kurszuweisung; Selbsttest möglich.
- Weniger geeignet, wenn Sie LMS-Preise vorab vergleichen wollen oder einen ausgewiesenen Serverstandort in Deutschland erwarten (die Produktseite nennt Hosting bei AWS und FirstColo, ISO-27001-zertifizierte Rechenzentren und DSGVO-Unterstützung, aber kein Land).
- Geeignet für: Unternehmen, die neben Unterweisungen eine komplette Lernplattform mit eigener Kursproduktion betreiben wollen, auch international.
Quelle: ispringlearn.de/unterweisungssoftware (Stand 26. Oktober 2026) sowie ispringlearn.de/preise, ispringlearn.de/kursbibliothek und ispringlearn.de/on-premise-lms (Stand 28. Oktober 2026).
LENA
LENA, die Unterweisungsplattform der Lena Digital GmbH, kombiniert fertige Schulungsvorlagen mit eigenem Authoring: Laut Funktionsübersicht erstellen Administratoren die Trainings mit KI-Unterstützung oder manuell. Laut Editor-Seite lassen sich eigene Medien hochladen sowie Word-, PowerPoint- und PDF-Dateien direkt einbinden; bestehende Schulungsunterlagen wandelt die Software laut Tarifseite per KI in Trainings um. Die Inhalte stehen über Browser oder App bereit. Der Anbieter nennt einen DSGVO-konformen Serverstandort in der EU, laut Tarifseite in Österreich; On-Premise-Hosting gibt es als Zusatzoption. Ein kostenloser Test über 30 Tage ist ohne Zahlungsangaben möglich; konkrete Preise nennt die Website nicht: Die Tarifseite beschreibt vier Tarife, aber ohne Beträge.
- Stärken: Vorlagen und eigenes Authoring kombinierbar; Browser und App; Fremdfirmenunterweisung und Besuchermanagement laut Funktionsübersicht.
- Weniger geeignet, wenn Sie Preise vorab vergleichen wollen oder einen Serverstandort ausdrücklich in Deutschland verlangen (die Tarifseite nennt Österreich).
- Geeignet für: Betriebe, die Vorlagen anpassen, eigene Trainings erstellen und auch Fremdfirmen und Besucher unterweisen wollen.
Quelle: lena-training.de, lena-training.de/funktionen und lena-training.de/tarife (Stand 26. Oktober 2026) sowie lena-training.de/funktionen/editor und lena-training.de/demo (Stand 28. Oktober 2026).
RISK-Project
Bei RISK-Project (Anbieter: RMS GmbH) sind Online-Unterweisungen ein Modul einer umfassenderen Arbeitsschutz-Software mit Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen und Gefahrstoffverwaltung; laut Anbieter steht die Funktion bereits im Basismodul für Arbeits- und Gesundheitsschutz zur Verfügung. Erinnerungen laufen automatisch, Unterweisungsnachweise erstellt die Software automatisch, unterschriebene Nachweise lassen sich zusätzlich als PDF hochladen, und über die Fremdfirmenmanagement-Software des Anbieters unterweisen Sie Beschäftigte von Fremdfirmen vorab online. Das Zusatzmodul E-Learning liefert aufbereitete Unterweisungsinhalte als fertige Arbeitsschutz-Kurse; laut Modulseite lassen sich damit auch eigene Schulungsinhalte einbinden und neue Lerneinheiten erstellen. Einen 30-tägigen Probezugang legt der Anbieter auf Anfrage an.
- Stärken: Unterweisungen eingebettet ins Arbeitsschutz-Management; Fremdfirmen ausdrücklich vorgesehen.
- Weniger geeignet, wenn Sie nur Unterweisungen digitalisieren wollen und kein Gesamtsystem suchen oder Preise vorab vergleichen möchten (konkrete Preise nennt die Produktseite nicht).
- Geeignet für: Unternehmen, die Arbeitsschutz komplett in einer Software abbilden und Unterweisungen daraus ableiten wollen.
Quelle: risk-project.de/arbeits-und-gesundheitsschutz/unterweisungen/ (Stand 26. Oktober 2026) sowie risk-project.de/e-learning/ und risk-project.de/impressum/ (Stand 28. Oktober 2026).
Schulungstool
Schulungstool ist unser eigenes Produkt; die Angaben folgen demselben Raster wie bei allen anderen. Aus vorhandenen Präsentationen (als PDF, etwa aus PowerPoint exportiert), Bildern und Videos macht die cloudbasierte Unterweisungssoftware Online-Kurse; SCORM-Pakete lassen sich importieren. Wiederholungen und Erinnerungen laufen automatisch, Teilnahmezertifikate entstehen von selbst und dienen als Unterweisungsnachweis. Gehostet wird in Deutschland in Rechenzentren unseres Hosting-Dienstleisters, die nach ISO/IEC 27001 zertifiziert sind. Die Preise bis 5.000 Benutzer stehen öffentlich auf der Website (darüber Angebot nach fester Preisliste), und ein kostenloser Test ist ohne Vertriebsgespräch möglich.
- Stärken: schneller Start mit eigenen Materialien; alle Funktionen in jedem Tarif; Preistransparenz; Hosting-Angabe Deutschland.
- Weniger geeignet, wenn Sie heute schon fertige Unterweisungsinhalte vom Anbieter erwarten: Fachlich geprüfte Themen sind erst angekündigt (voraussichtlich ab Dezember 2026); die geplanten Themen zeigt der Inhalte-Katalog.
- Geeignet für: Betriebe vom kleinen Unternehmen bis zum Mittelstand, die mit eigenen Inhalten starten und ohne Vertriebsprozess vergleichen wollen.
Quelle: schulungstool.de, schulungstool.de/features/, schulungstool.de/pricing/, schulungstool.de/unterweisungsinhalte/ und schulungstool.de/help/articles/6-einen-kurs-erstellen/, Stand 28. Oktober 2026.
TÜV Rheinland Unterweisungssoftware
Die Unterweisungssoftware des TÜV Rheinland ist ein cloudbasiertes System mit fertigen TÜV-Unterweisungen und Zusatzkatalogen, etwa E-Learnings von myCompetence. Eigene Inhalte lassen sich integrieren: eigene SCORM-Pakete laut Tarifseite im Professional-Tarif, dazu ein Autorentool, das auf Anfrage zubuchbar ist. Umgekehrt liefert der Anbieter einzelne Unterweisungen oder ganze Kataloge im SCORM-Format für ein bestehendes LMS. Erinnerungen laufen automatisiert mit Eskalation, der Anbieter nennt einen Serverstandort in Deutschland, die Preise stehen öffentlich auf der Seite, und der kostenlose Zugang „Basic Free“ (90 Tage, bis zu 20 Benutzer) erlaubt den Selbsttest.
- Stärken: Kurskatalog mit bekanntem Absender, laut Anbieter laufend von Fachexperten des TÜV Rheinland aktualisiert; SCORM-Pakete für bestehende Lernplattformen; Preistransparenz; Hosting-Angabe Deutschland.
- Weniger geeignet, wenn Sie alle Funktionen schon im Einstiegstarif erwarten: Laut Anbieter staffeln sich Inhalte und Funktionen von Basic bis Individual; eigene SCORM-Inhalte lassen sich laut Tarifseite im Professional-Tarif integrieren, das Autorentool ist eine Zubuchoption.
- Geeignet für: kleine und mittlere Unternehmen bis hin zu großen Produktions- und Industrieunternehmen, die fertige Standardkurse wollen.
Quelle: unterweisung.tuv.com/unterweisungssoftware/ (Stand 26. Oktober 2026) und unterweisung.tuv.com/tarife (Stand 28. Oktober 2026).
Unterweisungsmanager
Der Unterweisungsmanager der Hoppe Unternehmensberatung (wartungsplaner.de) geht einen anderen Weg: Er ist eine Windows-Software zum Download, inklusive Handbuch als PDF. Aus einer Liste von über 500 Unterweisungsthemen wählen Sie die passenden aus, verwalten Termine und dokumentieren die Durchführung lokal im eigenen Haus. Der Preis steht öffentlich auf der Website, und eine kostenlose Testversion für drei Wochen können Sie direkt herunterladen; auf Wunsch schickt der Anbieter die Demo-Version auch auf CD.
- Stärken: lokale Installation ohne Cloud; großer Themenfundus; Preistransparenz; Selbsttest per Download.
- Weniger geeignet, wenn Sie eine Lösung suchen, die ohne Installation im Browser läuft.
- Geeignet für: Betriebe, die Unterweisungen bewusst lokal am PC planen und dokumentieren wollen, etwa weil keine Cloud-Dienste eingesetzt werden dürfen.
Quelle: wartungsplaner.de/details/Unterweisungsmanager.htm, Stand 26. Oktober 2026.
WEKA EHS 360 plus
EHS 360 plus ist die Arbeitsschutz-Software des Fachverlags WEKA mit einem Unterweisungsmodul und einer großen Vorlagendatenbank: laut Anbieter didaktisch aufbereitete Unterweisungen in bis zu neun Fremdsprachen, von Fachexperten erstellt und geprüft. Mit den gängigen Office-Programmen lassen sich die Kurse bearbeiten; eigene Word- und PowerPoint-Dokumente importieren Sie, Videos und Webseiten nehmen Sie in die Unterweisungsbibliothek auf. Einladungen, Erinnerungen und Ersatztermine verschicken Sie mit wenigen Mausklicks aus der Software, die zudem auf anstehende Unterweisungen hinweist. Laut Produktseite speichert WEKA alle Kundendaten ausschließlich im eigenen Rechenzentrum in Kissing, also in Deutschland; das Managementsystem für Informationssicherheit ist laut Anbieter nach DIN ISO 27001 zertifiziert. Der Preis der Arbeitsschutz-Edition steht im WEKA-Shop, einen kostenlosen Demo-Zugang gibt es auf Anfrage über ein Formular.
- Stärken: mehrsprachige, redaktionell gepflegte Vorlagen; Bearbeitung mit vertrauten Office-Werkzeugen; Hosting-Angabe Deutschland; Preis öffentlich im Shop.
- Weniger geeignet, wenn Sie nur Unterweisungen digitalisieren wollen und kein Gesamtsystem für den Arbeitsschutz suchen; einen Demo-Zugang gibt es erst nach einer Anfrage über ein Formular.
- Geeignet für: mittlere und große Unternehmen, die fertige, auch fremdsprachige Verlagsinhalte nutzen und anpassen wollen, sowie Fachkräfte, die mehrere Betriebe betreuen.
Quelle: weka.de/arbeitsschutz-gefahrstoffe/unterweisungssoftware/ und shop.weka.de/ehs360-arbeitsschutz (Stand 26. Oktober 2026) sowie weka.de/as/ehs360/ (Stand 28. Oktober 2026).
Häufige Fragen
Dürfen Unterweisungen per Software erfolgen?
Ja, digitale Unterweisungen sind zulässig, wenn die Anforderungen der DGUV Regel 100-001 erfüllt sind. § 12 ArbSchG verlangt, dass Beschäftigte während ihrer Arbeitszeit ausreichend und angemessen unterwiesen werden, mit Anweisungen und Erläuterungen, die eigens auf ihren Arbeitsplatz oder Aufgabenbereich ausgerichtet sind; eine bestimmte Form legt das Gesetz nicht fest. Die DGUV Vorschrift 1 (§ 4) verlangt die Unterweisung mindestens einmal jährlich und ihre Dokumentation. Die DGUV Regel 100-001 (Ausgabe Juni 2025) stellt an jede Unterweisungsform, auch die digitale, dieselben Anforderungen: arbeitsplatzbezogene Inhalte, die Möglichkeit für Rückfragen mit einem Gespräch zumindest bei Bedarf, die Pflicht, sich vom Verständnis der Inhalte zu überzeugen (etwa durch Verständnisfragen), und kein reines Selbststudium.
Für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen schreibt § 14 Abs. 2 GefStoffV zusätzlich eine mündliche, arbeitsplatzbezogene Unterweisung vor, und bei Inhalten wie der erstmaligen Einweisung an einer Maschine oder einer Löschübung kann nach der DGUV Regel 100-001 eine zusätzliche praktische Vermittlung erforderlich sein; bewährt hat sich die Kombination aus Online-Unterweisung und kurzem Praxisteil. Eine Unterweisungssoftware unterstützt Sie mit Werkzeugen für Verständnisfragen, Erinnerung und Nachweis dabei, Ihre Unterweisungspflichten zu erfüllen; die Verantwortung für Inhalte und Durchführung bleibt beim Unternehmer. Die Einzelheiten mit allen Fundstellen stehen im Ratgeber Sind Online-Unterweisungen zulässig?
Rechtsstand: Oktober 2026.
Gibt es kostenlose Unterweisungssoftware?
Eine vollwertige, dauerhaft kostenlose Unterweisungssoftware gibt es praktisch nicht, aber drei Wege, ohne Lizenzkosten zu starten:
- Open-Source-Plattformen wie Moodle: Die Lizenz kostet nichts, Betrieb, Wartung, Updates und die Unterweisungsinhalte selbst liegen jedoch bei Ihnen.
- Kostenlose Tests der kommerziellen Anbieter: Bei den meisten der hier verglichenen Anbieter können Sie selbst testen oder einen Probezugang anfordern.
- Kostenlose Unterweisungsvorlagen als PDF oder Präsentation: Sie erinnern allerdings weder an fällige Wiederholungen, noch erzeugen sie Nachweise.
Was kostet eine Unterweisungssoftware?
Die Kosten einer Unterweisungssoftware hängen vor allem von der Zahl der Benutzer, dem Funktionsumfang des gewählten Tarifs und den Zusatzkosten ab, etwa für Einrichtung, Module oder Support. Vier der acht verglichenen Anbieter nennen ihre Preise öffentlich; bei Arbeitsschutzkurse.de, iSpring LMS, LENA und RISK-Project stehen auf den ausgewerteten Seiten keine Beträge für das verglichene Produkt (Stand Oktober 2026). Welche Kostenfaktoren bei der Anschaffung wirklich zählen, von Lizenzmodellen bis zu Einrichtungsgebühren, erklärt der Ratgeber Was kostet eine Unterweisungssoftware?
Lassen sich auch Fremdfirmen und Besucher digital unterweisen?
Ja, mehrere der verglichenen Lösungen sehen das ausdrücklich vor. RISK-Project bietet Online-Unterweisungen für Fremdfirmen, LENA nennt in der Funktionsübersicht eine eigene Fremdfirmenunterweisung und ein Besuchermanagement, und in Schulungstool legen Sie für jede Fremdfirma eine Gruppe mit eigenem Registrierungsformular an: Die Teilnehmer registrieren sich selbst, mit oder ohne E-Mail-Adresse, und bekommen ihre Kurse direkt beim Beitritt zugewiesen.
Gibt es eine DGUV-Zertifizierung für Unterweisungssoftware?
Nein, eine DGUV-Zertifizierung für Unterweisungssoftware gibt es nicht. Das DGUV-Test-Zeichen nach dem Prüfgrundsatz GS-IAG-01 galt nur für fertig produzierte Kursinhalte (Web-Based-Trainings), nicht für Software; es wird nicht mehr vergeben, bestehende Zeichen laufen spätestens am 18. April 2027 aus. Wirbt ein Anbieter mit einem Prüfzeichen, fragen Sie nach der Fundstelle der Prüfkriterien; die Hintergründe erklärt der Ratgeber Gibt es eine DGUV-Zertifizierung für Unterweisungssoftware?
Wie oft müssen Unterweisungen wiederholt werden?
Nach DGUV Vorschrift 1 sind Pflichtunterweisungen mindestens einmal jährlich zu wiederholen, bei Jugendlichen mindestens halbjährlich (§ 29 JArbSchG). Dazu kommen anlassbezogene Unterweisungen, etwa bei neuen Arbeitsmitteln, nach Unfällen oder bei neuen Tätigkeiten. Eine Unterweisungssoftware hinterlegt den Turnus je Kurs und erinnert automatisch; welche Unterweisungen in welchem Rhythmus fällig sind, zeigt die Übersicht Welche Unterweisungen sind Pflicht?
Welche der acht Lösungen ist die beste für Ihr Unternehmen?
Die eine beste Unterweisungssoftware für alle Betriebe gibt es nicht; welche Lösung passt, hängt davon ab, woher Ihre Inhalte kommen und wie Ihre IT aufgestellt ist:
- Fertige Standardkurse: Arbeitsschutzkurse.de, die TÜV Rheinland Unterweisungssoftware oder WEKA EHS 360 plus.
- Eigene Inhalte und öffentliche Preise: laut Tabelle Schulungstool, die TÜV Rheinland Unterweisungssoftware und WEKA EHS 360 plus; ein eigenes Autorentool für die Kursproduktion bringt iSpring LMS mit.
- Vorlagen plus eigene Medien, im Browser und per App: LENA.
- Unterweisungen als Teil des Arbeitsschutz-Managements: RISK-Project und WEKA EHS 360 plus.
- Keine Cloud: der Unterweisungsmanager als lokal installiertes Windows-Programm; On-Premise-Optionen nennen auch iSpring LMS und LENA.
Ob eine Lösung im Alltag passt, zeigt sich am besten im Test mit einer echten Unterweisung aus Ihrem Betrieb, von der Zuweisung bis zum Nachweis. Einen direkten Selbsttest nennen iSpring LMS, LENA, Schulungstool, die TÜV Rheinland Unterweisungssoftware und der Unterweisungsmanager (Testversion zum Download); bei RISK-Project und WEKA EHS 360 plus gibt es Probe- beziehungsweise Demo-Zugänge auf Anfrage, bei Arbeitsschutzkurse.de einen Demo-Termin. Ob sich im Test schon eigene Inhalte hochladen und Nachweise erzeugen lassen, klären Sie vorab beim Anbieter.